Dienstag, 21. März 2017

Vierundzwanzig Stunden in Singapur.

Nicht ganz vier Wochen ist mein Minitrip nach Singapur nun schon wieder her. Weil mein Visum nach 180 Tagen ablief, musste ich das Land verlassen – und dafür ist Singapur die schnellste Möglichkeit. Diesmal blieb ich nur eine Nacht, denn ich beantragte kein neues Besuchsvisum in der Botschaft, sondern kaufte nach meiner Ankunft auf dem Flughafen in Yogyakarta ein Visa on Arrival. Das ist (mit einer Verlängerung) nur 60 Tage gültig und mehr brauche ich auch nicht, denn Ostern werden der zukünftige Mann und ich zusammen (!) in Deutschland sein. Juhu!


Nun also, Singapur. Montag früh ging's los, das Flugzeug sollte halb acht starten, um fünf war ich am Flughafen. Dort war nicht viel los und nach Bordkarte ausdrucken und Sicherheitscheck saß ich erst einmal nur herum und wartete, dass das Gate für die internationalen Flüge öffnen würde. 
  

Dort sieht es auch nicht anders aus, als in der Inlandsflug-Abflughalle. Der einzige Unterschied ist, dass man vorher noch durch die Immigration muss, bei der ein finster blickender Beamter durch meine vielen vielen Visumsaufkleber blättert und mich ab und zu prüfend mustert. Ich fühle mich in solchen Situationen immer etwas unbehaglich und war froh, als ich durch war. Dann kam auch endlich der Appetit und ich packte mein Frühstück aus: Süßes Brot und "Cell" von Stephen King. 


Der Flug von Yogyakarta nach Singapur dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Ich hatte einen Fensterplatz erwischt, aber die meiste Zeit sieht man da eh nichts. Beim Landeanflug auf Singapur musste ich leider mein Telefon ausmachen und konnte kein Foto machen, dafür habe ich dann später das Terminal 3 von innen fotografiert. Der Changi Airport in Singapur ist der tollste Flughafen der Welt, im Transitbereich gibt es sogar ein Kino und einen Schmetterlingsgarten und überall hängen Touchscreens, auf denen man sein Erlebnis auf dem Klo oder bei der Passkontrolle bewerten kann. Ich vergebe immer fröhlich lachende Smileys, denn die Bewertung fällt sicher auf die Angestellten zurück.


Nach einigem Fußmarsch erreichte ich die U-Bahn-Station. Von früheren Aufenthalten in Singapur hatte ich noch drei Chipkarten übrig, mit denen man alle Fahrten mit Bus und Bahn bezahlt. Am Fahrkartenautomaten kontrollierte ich fix das Guthaben und begab mich dann auf meine Reise Richtung Clarke Quay. 


In der Clarke Quay Central Mall angekommen, war es Zeit zum Mittagessen. Bei der Recherche nach vegetarischen Restaurants hatte ich im Internet Real Food entdeckt. Dort war es schon ein bisschen fancy (mit Arthur hatte ich meistens in irgendwelchen Foodcourts gegessen, wo viel Schweinefleisch verfügbar ist), doch die Minireise war auch ein Date mit mir selbst und das war es wert. Bei Real Food gab es leckere Limonade...


… und Pasta mit Tomatensoße, Spinat und Feta! Vielleicht ein bisschen zu scharf für meinen Geschmack, doch ansonsten sehr lecker. Im Real Food war ich sicher nicht zum letzten Mal, dort gibt es sogar Sonnentor-Tee und Naturkosmetik zu kaufen und gemütlich ist es auch.

Anschließend machte ich einen kleinen Spaziergang ins benachbarte und etwas chaotische People's Park Center, eine Mall in Chinatown, um den Handarbeitsladen "Golden Dragon"zu besuchen. Im August war ich schon einmal da und für Wollfreaks wie mich ist der Laden ein Paradies. Leider ist es dort ein wenig teuerer und ich kaufte nur rasch zwei Knäuel Bambusgarn. Das gleiche Garn hatte ich im August schon mitgenommen, um daraus eine Mütze zu stricken. Es neigte sich bedrohlich schnell zur Neige und Nachschub musste her.


Der nächste Punkt auf meiner Liste war das Spotlight. Das ist ein riesiges Bastelgeschäft im Plaza Singapura, einer weiteren Mall. Man kann es auf dem Foto oben sehen, es ist Geschäft über "livit" mit dem blauen Schild – und erstreckt sich fast über die ganze Etage! Singapur scheint nur aus Malls zu bestehen und man kann die Stadt sicher von einem zum anderen Ende durchqueren, ohne ans Tageslicht zu müssen. 
Im Spotlight blieb ich sehr lange, verglich Garnstärken, befühlte Wollknäuel und umkreiste die Regale, es war einfach toll. Mit drei weiteren Knäueln im Rucksack (Kitchen Cotton von Lion Brand und Sugar 'N Cream von Lily) machte ich mich schließlich auf den Weg zum Hotel, dem Fragrance Pearl Hotel in Geylang. Geylang ist zwar das Rotlichtviertel Singapurs, aber davon kriegt man nicht viel mit. Auch als alleinreisende Frau habe ich mich dort nie unsicher gefühlt. In dem gleichen Hotel waren wir auch schon im August und fanden es ziemlich gut dort – die Leute sind nett, es ist sauber und modern.


Nach dem vielen Gelaufe taten mir die Füße weh, also legte ich eine Keks- und Lesepause mit meinem Reisebegleiter Bob ein. Das gruslige Buch von Stephen King hatte ich zum Glück schon im Flugzeug ausgelesen, denn wenn ich alleine unheimliche Geschichten lese, traue ich mich nachts nicht allein ins Bad. Auf meinem tolino wartete schon "Die andere Seite des Himmels" von Jeannette Walls auf mich. Das ist eine nette Geschichte, aber ihre anderen Bücher mochte ich lieber.


Am frühen Abend machte ich mich dann auf zu Veganburg, einer veganen Fast-Food-Kette. Dort ging es weiter mit den hübsch etikettierten Limonadenflaschen und natürlich ihrem leckeren Inhalt. Endlich mal Abwechslung zum täglichen Es Jeruk! 


Auf Plastikgras sitzend verspeiste ich einen Burger mit Pilzsoße und veganem Käse und war irgendwie nicht so angetan. Erkenntnis des Tages: vegan ist kein Qualitätssiegel! Hier wollte man offensichtlich nur auf der Vegan-Welle mitschwimmen, im Real Food war es eindeutig leckerer. Zum Ausgleich ging ich hinterher noch in den Supermarkt gegenüber des Hotels und besorgte mehrere Schokoriegel, sowie Bananenmuffins fürs Frühstück. Vom restlichen Abend gibt es kein Foto mehr, ich duschte heiß, legte mich ins große Hotelbett, aß Schokolade, las und betrachtete immer mal wieder meine neue Wolle. 


Am nächsten Morgen warf ich Bob und meine paar Habseligkeiten in den Rucksack (nur mit Handgepäck zu verreisen, hat echt was für sich) und machte mich mit Bus und Bahn auf den Weg zurück zum Flughafen. Dort musste ich leider etwas länger warten, weil mein Flug Verspätung hatte und erreichte Jogja eine Stunde später als geplant. Mit dem Visum ging alles glatt, keiner fragte mich, warum ich denn schon wieder in Indonesien sei und auch das vorsorglich gekaufte Ausreiseticket (Jakarta – Singapur für 15 Euro) wollte niemand sehen. Arthur nahm mich in Empfang und wir feierten meine Rückkehr mit mehreren Schüsseln chinesischer Nudelsuppe. 

Kommentare:

  1. Liebe Steffi!
    Leider ist mein Internet zur Zeit so instabil, dass meine Kommentare nicht ankommen ... Vielen Dank, dass Du uns auf diese Reise nach Singapur mitgenommen hast!
    Es ist ja schon praktisch, dass Du Ein- und Ausreise mit so schönen Dingen verbinden kannst!

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  2. ....
    Und Glückwunsch zur Verlobung! Wann wird denn geheiratet? In Deutschland oder in Indonesien? Bestimmt gar nicht so einfach beides unter einen Hut zu bekommen!
    Und ein Heimatbesuch ist bestimmt auch mal wieder schön! Kaufst Du dann auch immer ganz viel Tee und Müsli? Das ist in meinem Freundeskreis immer der Hit bei Deutschlandbesuchen. Und Schokolade und vakuumverpackte Maultaschen 😂
    GLG Kerstin

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    1. Liebe Kerstin! Ach, das mit dem instabilen Internet kenne ich nur zu gut :)
      Danke schön! Verlobt sind wir eigentlich schon eine Weile, aber jetzt machen wir endlich Ernst und die Hochzeit steht kurz bevor :D Ich werde auf jeden Fall berichten.

      Meine Einkaufsliste für Deutschland wird immer länger! Tee steht da ganz oben, gerne nehme ich auch Saatgut, Wein, Katzenleckerlis und Naturkosmetik mit. Die Koffer werden garantiert voll, zum Glück haben wir 30 kg Freigepäck!

      Liebe Grüße
      Steffi

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